Sicherheit und Compliance
Was der Outpost preisgibt, was auf Deiner Maschine bleibt, und was wir können
Der Outpost läuft in Deinem Netz; Quelldateien und Suchindex liegen auf Deiner Maschine. Was MeinGPT für eine Antwort zu sehen bekommt, entscheidest Du pro Ordner am Outpost — und genau diese Einstellung erklärt diese Seite.
Achtung
On-premise heißt nicht „nichts verlässt das Haus". Es heißt: nur das, was Du freigibst. Eine Antwort ohne Textstelle wäre keine Antwort — also reist bei jeder Anfrage mindestens die gefundene Passage zu MeinGPT. Wie viel mehr, legst Du fest.
Die Freigabestufe — die eine Einstellung, die zählt
Jeder freigegebene Outpost-Ordner hat eine Freigabestufe. Sie bestimmt, was den Rechner verlässt, wenn jemand eine Frage stellt.
| Stufe | Was zu MeinGPT reist |
|---|---|
| Nur Text | Die gefundenen Textstellen samt dem direkt davor und danach stehenden Text sowie der Dateiname. Die Voreinstellung. |
| Originaldateien | Alles aus „Nur Text“ und zusätzlich die Datei selbst. Nötig, wenn Nutzer die Antwort am Original prüfen oder eine Vorlage weiterverwenden sollen. |
Eine niedrigere Stufe, die nur die gefundenen Textstellen und den Dateinamen herausgab, ist entfallen: wer eine Passage lesen darf, kann mit einer zweiten Frage die nächste anfordern und sich das Dokument so zusammensetzen. Sie kostete Antwortqualität und schützte nichts. Beim Einstellen eines Ordners wird sie nicht mehr angeboten, bestehende Datenpools, die noch darauf stehen, funktionieren aber unverändert weiter.
Was bei einer Suche konkret herausgeht
Auf der Stufe Nur Text gilt bei einer normalen Suche:
- Es gehen die Treffer-Passagen raus, je etwa 1.000 Zeichen, standardmäßig bis zu zehn pro Suchanfrage. Dazu kommen der direkt davor und danach stehende Text, der Dateiname samt Pfad und kleine Angaben wie Position und Erstelldatum.
- Ganze Dokumente kann MeinGPT auf dieser Stufe nicht vom Outpost abrufen.
- Einschränkung: Ein kurzes Dokument (grob unter 3.000 Zeichen) kann über die Nachbartexte praktisch vollständig in einem Treffer stecken. Liefert eine Suche viele Treffer aus demselben Dokument, kann auch ein längeres zusammenhängendes Stück davon dabei sein, und mehrere Fragen zum selben Dokument können nach und nach mehr davon preisgeben.
Auf der Stufe Originaldateien kann zusätzlich die Datei selbst über MeinGPT heruntergeladen werden, von Personen mit Zugriff auf die Datenquelle. Die KI lädt keine Outpost-Dateien.
Gesetzt wird sie am Outpost, pro Ordner — im Programm auf dem Rechner, unter Freigaben → den Ordner öffnen. Nicht in der Weboberfläche.
Das war bis vor Kurzem umgekehrt: eine Auswahl in der Plattform, eine Stufe für
alle Ordner einer Maschine, bedient von jemandem, der die Platte nicht sieht.
Wer entscheidet, dass \\fileserver\Personal durchsuchbar sein soll, ist
dieselbe Person, die weiß, ob dessen Dateien das Haus verlassen dürfen — und
die sitzt am Rechner, nicht im Browser.
Der Ordner meldet seine Stufe mit jeder Ordnermeldung an MeinGPT, und MeinGPT setzt sie durch: Anfragen, die mehr verlangen als der Ordner freigibt, werden abgelehnt, bevor irgendetwas gelesen wird.
Was ein Update nicht ändert
Ein Ordner, der vor dieser Umstellung gebunden wurde, meldet keine Stufe. Er wird als Nur Text behandelt — die vorsichtige Seite. Kein Ordner fängt durch ein Update an, Dateien herauszugeben.
Die Verbindung
Nur nach außen
Der Outpost baut die Verbindung selbst auf. Keine eingehende Portfreigabe, keine Regel in Deiner Firewall, kein Dienst im offenen Internet.
Eigener Schlüssel je Organisation
Der Tunnel wird mit einem Schlüssel signiert, der nur zu Deiner Organisation gehört — nicht mit einem gemeinsamen Geheimnis.
Technisch ist es eine ausgehende, TLS-verschlüsselte WebSocket-Verbindung zum
MeinGPT Bridge — kein VPN. Deine Netzwerkadministration muss dafür nichts
öffnen, ausgehendes HTTPS genügt. Eigene Wurzelzertifikate werden unterstützt
(siehe Eigenes Stammzertifikat)
und im Einrichtungsassistenten geprüft. Der Outpost nutzt die
Proxy-Einstellungen des Betriebssystems (auch Gruppenrichtlinien, PAC und WPAD)
für die Kopplung, die MeinGPT-API und den fortlaufenden Such-Tunnel zu
bridge.meingpt.com; SOCKS4 und SOCKS5 werden unterstützt. Proxys mit
Anmeldung (NTLM, Kerberos) unterstützt der Tunnel noch nicht — dann muss der
Bridge-Host direkt für ausgehendes HTTPS auf Port 443 freigegeben sein.
Die Geräteidentität — was auf dem Draht liegt, und was nicht
Beim Koppeln erzeugt der Outpost auf der Maschine ein Ed25519-Schlüsselpaar. Der private Teil verlässt den Rechner nie; er liegt verschlüsselt im Schlüsseldepot des Betriebssystems. An MeinGPT geht nur der öffentliche Teil.
Es liegt kein wiederverwendbares Geheimnis auf dem Draht. Jeder Aufruf trägt eine eigene Signatur über: Formatversion, Richtung, Prozedurname, Prüfsumme der exakt übertragenen Bytes, Empfänger, Zeitstempel und einen Einmalwert. Eine Signatur gilt damit für genau eine Operation, an genau einen Outpost, genau einmal.
Der Einmalwert wird in der Datenbank verbucht, nicht im Arbeitsspeicher — der Unterschied zwischen „gegen Wiedereinspielung geschützt" und „geschützt, solange nur eine Instanz läuft". MeinGPT läuft mit zehn.
Die Gegenrichtung ist ebenso gesichert: MeinGPT signiert seine Anfragen, und der Outpost lehnt eine Anfrage ab, die an einen anderen Outpost adressiert ist — auch wenn sie gültig signiert ist.
Ein Outpost hat zu jedem Zeitpunkt genau einen gültigen Geräteschlüssel. Wird eine zweite Maschine gekoppelt, verliert die erste ihre Gültigkeit.
Warum eine Ablehnung nichts verrät
Das Tor vor den Outpost-Prozeduren kennt neun Ablehnungsgründe — unbekannter
Outpost, nicht gekoppelt, fehlender Beweis, abgelaufener Zeitstempel, falsche
Signatur, wiederverwendeter Einmalwert und weitere. Nach außen geht keiner
davon: die Antwort ist immer 401 Unauthorized.
Die Unterscheidung zwischen „diesen Outpost gibt es nicht" und „die Signatur stimmt nicht" wäre ein Werkzeug, mit dem sich durch Ausprobieren herausfinden ließe, welche Kennungen existieren. Der Grund wird stattdessen mit der Outpost-Kennung in unser Server-Log geschrieben. Für eine Support-Anfrage genügen Name und ungefährer Zeitpunkt.
Grenzen, die im Betrieb sichtbar werden
Beim Koppeln begrenzt MeinGPT die Rückfragen des Geräts, und die Grenze zählt pro IP-Adresse — hinter einem Firmen-NAT teilen sich alle Outposts eine. Koppelt gestaffelt. Im Betrieb hat jeder Workspace ein Kontingent an Outposts; bestehende laufen unverändert weiter, wenn es erreicht ist.
Was auf der Maschine bleibt
Diese Einstellungen kann die Plattform nicht setzen. Sie existieren nur auf dem Gerät, und das ist Absicht: könnte die Cloud einen Ordner hinzufügen, könnte die Cloud alles auf diesem Rechner lesen.
- Welche Ordner freigegeben sind. Die eigentliche Grenze.
- Welche lokalen Dienste erreichbar sind und mit welchen Zugangsdaten. Das Passwort wird nie an MeinGPT übertragen.
- Das Wurzelzertifikat für Deine TLS-Inspektion.
- Wohin Embeddings gehen — die Adresse des Modells, das Deine Dokumente in Vektoren übersetzt.
Zugang entziehen
In beide Richtungen, mit derselben Wirkung:
- In der Weboberfläche („Kopplung aufheben"): das Geheimnis wird rotiert, offene Kopplungscodes werden gelöscht. Der richtige Weg, wenn die Maschine gestohlen, ausgemustert oder nicht mehr erreichbar ist.
- Am Gerät („Kopplung lösen"): dasselbe — der Outpost widerruft sich bei MeinGPT, bevor er lokal etwas löscht. Ist MeinGPT gerade nicht erreichbar, sagt die App das, statt Erfolg zu melden, und bietet stattdessen „Nur lokal trennen" an — der Zugang bleibt dann bei MeinGPT gültig und muss in der Weboberfläche widerrufen werden.
Beides wird protokolliert und ist im Audit-Log Deiner Organisation nachlesbar.
Weiterführend
Hinweis
Outpost-spezifischer Datenschutz: Weitere Details zur Architektur und zum Umgang mit Deinen Daten findest Du in der Outpost-Datenschutzdokumentation.